Abmoosung eines japanischen Zwergschneeballs

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Heute war es soweit… das Projekt Abmoosung eines japanischen Zwergschneeballs (SUMMER SNOWFLAKE) bog in die Zielgerade ein.

Vor gut einem 1/2 Jahr habe ich mich entschlossen meinen Zwergschneeball eine Etage tiefer zu setzten. Gründe gab es aus meiner Sicht zumindest zwei.

  1. Entfernung der deutlich sichtbaren Pfropfstelle
  2. die Verbesserung der Proportion des Baumes

Bei der Entfernung der Pfropfstelle galt nun auch gleich die Kombination zur Proportion mit zu beachten und so entschied ich mich dann doch für die Abmoosung auf Höhe der Pfropfstelle (im Bild hier rot gekennzeichnet).

Es gibt verschiedene Techniken beim Abmoosen. Das Ziel des Abmoosens ist es, den abzumoosenden Pflanzenteil zur Wurzelbildung anzuregen, obgleich sich dieser nicht im Erdboden befindet.

Ich habe mich für einen Abmoosbehälter entschieden, da ich ihn quasi direkt in die vorhandene Schalen und dann noch auf „Zielhöhe“ setzen konnte. Diese Abmoosbehälter (hier auch gleich einmal mit Erklärbildern) 😉 erhält man in 2 Größen bei den Angeboten der einschlägigen Bonsai-/zubehör Dealern. Für mein Vorhaben reichte das kleine Töpfchen.

Mein Vorgehen entspricht der sogenannten Ringmethode. Dabei wird die Rinde  in einem 2–4 cm breiten Streifen entfernt, indem zwei entsprechend distanzierte Schnitte um den abzumoosenden Pflanzenteil bis auf das Splintholz/Kambium geführt werden und die dazwischen liegende Rinde abgeschält wird.

Dadurch erreicht nach wie vor das Wasser in den darüberliegenden Teil der Pflanze, da dieses im Splintholz transportiert wird, während die Photosyntheseprodukte jedoch nicht mehr zu den Wurzeln transportiert werden können, da die erforderliche Rinde fehlt. Die Pflanze versucht nun, die nicht mehr erreichbaren Wurzeln zu ersetzen und am oberen Rand des rindenlosen Streifens neue Wurzeln zu bilden. Um dies zu stimulieren, wird um den rindenfreien Ring ein feuchter Mantel gelegt, etwa aus Sphagnum-Moos, Torf oder auch mineralischen Substraten wie Bims, Lava, Zeolith oder befeuchteter Trockenschüttung (Blähton).

Natürlich darf man das regelmäßige Gießen der Abmoosstelle nicht vergessen.

Nach einiger Zeit, in der Regel zwei bis fünf Monaten, bilden sich Wurzeln in dem befeuchteten Mantel. Nun kann der abzumoosende Pflanzenteil knapp unterhalb der neugebildeten Wurzeln abgeschnitten werden.

Und genau das habe ich heute getan und bin mit dem Ergebnis absolut zufrieden. Jetzt kommt das Bäumchen für ein paar Wochen in den Halbschatten und so sollte einer guten Entwicklung nichts mehr im Wege stehen.

Ich werde noch ein wenig Blattmasse zurücknehmen, damit die jungen Wurzeln nicht all zu viel nach oben zu versorgen haben.

Jap. Zwergschneeball – Der „Urbaum“
Hier ist dann der NEUE!
Jap. Zwergschneeball, nach Abmoosung

Bonsaisteckbrief Japanischer Zwergschneeball