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Der Blog von Gernot Austen

Wenn Gelehrte zu uns sprechen …

Durch die Beschäftigung mit meinem Hobby Bonsai kommt man über kurz oder lang nicht an der fernöstlichen Kultur vorbei. Hier inspirieren mich insbesondere die Sprichwörter, Weisheiten und/oder Zitate (Laotse, Konfuzius. etc.). Auch das eine oder Buch von chinesischen Philosophen habe ich mir schon “reingezogen”.

Willst du eine Stunde lang glücklich sein, dann mache ein Nickerchen. Willst du einen Tag lang glücklich sein, dann gehe angeln. Willst du ein Jahr lang glücklich sein, erbe ein Vermögen. Willst du dein ganzes Leben lang glücklich sein, dann hilf jemandem.

Chinesisches Sprichwort

„Wenn du darüber nachdenkst, entscheide dich. Wenn du dich entschieden hast, denke nicht länger darüber nach.“

Fernöstliche Sprichwörter werden seit jeher im Land der aufgehenden Sonne verwendet, um die Menschen in ihrem Alltag zu begleiten. Viele von ihnen haben es geschafft, Grenzen zu überschreiten. Heute sind sie auf der ganzen Welt bekannt, obwohl viele ihre Herkunft nicht kennen.

Schnell bedeutet: langsam, aber ohne Pause …

„Wenn du fragst, wirst du dich eine Minute lang schämen, wenn du es nicht tust, wird du dein ganzes Leben lang Schande empfinden.“ 

Die meisten dieser Sprichwörter haben ihren Ursprung in ländlichen Gegenden. Deshalb beziehen sich viele von ihnen auf die Schönheit der Natur. Sie spiegeln wider, was uns Sonne, Wasser, Fluss und sogar Steine lehren. Dabei haben alle eine offenkundig poetische Note. Sie wurden sogar in philosophischen und religiösen Kontexten zitiert. 

„Tue alles, was du kannst, und überlasse alles Weitere dem Schicksal.“

Viele dieser Sprichwörter sind teilweise sehr rätselhaft. Es werden meist nur wenige Wörter verwendet und viel Raum für Fantasie gelassen. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass sich asiatische Kulturen eher durch Zurückhaltung charakterisieren. Generell wird ein gelassenes und geduldiges Weltbild vermittelt.

„Überprüfe es siebenmal, bevor du eine Person infrage stellst.“

Mehrere asiatische Sprichwörter sprechen über das Verhalten der Menschen, wie:

  • Freundlichkeit anderen gegenüber
  • Respekt für andere, vorschnelle Urteile über andere zu vermeiden.
  • Gelassene Haltung
  • Gemeinschaftssinn
  • Geduld

„Ein freundliches Wort kann drei Wintermonate erwärmen.“

Gerne werden auch bei Lebensweisheiten und Managementstrategien asiatische Zitate und/oder Regeln zitiert.

Beispiele:

Die Zehn Gebote des Miyamoto Musashi (japanischer Samurai Schwertkämpfer, 1584 – 1645 )

  • Habe nie arglistige Gedanken.
  • Übe dich unablässig darin, deinem Weg zu folgen.
  • Mache dich vertraut mit allen Techniken und Künsten.
  • Studiere die Wege und Tätigkeiten vieler Berufe.
  • Lerne in allen Dingen Gewinn und Verlust zu unterscheiden.
  • Entwickle deine Fähigkeit, Dinge auf den ersten Blick zu durchschauen.
  • Bemühe dich, das Wesen auch dessen zu erkennen, das unsichtbar bleibt.
  • Vernachlässige nie deine Aufmerksamkeit auch gegenüber den kleinsten Dingen.
  • Halte dich nicht mit nutzlosen Beschäftigungen auf.
  • Wenn es einen Weg gibt, der zu unbesiegbarem Selbstvertrauen führt, dem Einzelnen alle Schwierigkeiten überwinden hilft und ihm Ruhm und Ehre einbringt, so ist es der Weg des Kampfes.

Die 10 Regeln des Lebens nach Miyamoto Mushashi

  • Eine wichtige Regel des Lebens ist es, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Akzeptanz bedeutet nicht Verzicht, sondern Demut. Vieles hängt von der persönlichen Einstellung ab, davon, ob wir von Umständen lernen, die wir nicht notwendigerweise gewählt haben, mit denen wir jedoch auskommen müssen und auf die wir auf verschiedene Art und Weise schauen können.
    Akzeptiert man die Realität nicht, hat das permanentes Leiden zur Folge. Dies führt zu einem inneren Kampf, den man stets verliert. Auf der anderen Seite führt das Akzeptieren dazu, dass wir aus der Situation lernen können.
  • Wer aufhört, über sich selbst nachzudenken, wird verrückt. Baue eine Mauer zur Außenwelt auf und lasse dich nicht von ihren Unsicherheiten beeinflussen. Es ist nicht nur richtig, an sich selbst zu denken, sondern wichtig. Man muss es sich selbst erlauben.
    Wahre Glückseligkeit besteht allerdings darin, anderen zu dienen. Die Zufriedenheit, etwas Gutes zu tun, lässt sich mit nichts anderem vergleichen. Wer großzügig ist, zeigt auch, dass er mächtig ist. Schließlich ist es das, was einem erlaubt, sich selbst wertzuschätzen. Achte deshalb darauf, in deiner Mauer jede Menge Platz für Türen und Fenster zu lassen.
  • Verlangen kann zu ewiger Unzufriedenheit führen, wenn man es als Sehnsucht nach dem, was man nicht hat, versteht. Es ist wie ein Fass ohne Boden. Je mehr man hat, desto mehr will man. Das Verlangen zu befriedigen wird somit immer schwieriger.
    Wer viel begehrt, erntet Frust. Die wirkliche Macht besteht in der Fähigkeit, loszulassen. Wer wenig braucht, ist mit wenig glücklich.
  • Reue verursacht großes Leid. Das Schlimmste ist, dass es sich dabei um ein nutzloses Gefühl handelt. Fehler sollten nicht verurteilt werden, sondern dass sie vielmehr als mit unserer Natur verbundene Ereignisse zu betrachten sind. Jede unserer Handlungen lehrt uns etwas und verändert uns auf irgendeine Weise. Deshalb ist kein Erlebnis verachtenswert. Wichtig ist, aus ihm zu lernen.
  • Beschwerden und Groll tragen nur dazu bei, negative Energie auf eine andere Person zu übertragen. Wer von ihnen betroffen ist, quält sich. Zudem machen sie keinen Sinn, denn anstatt uns zum Handeln zu bewegen, lähmen sie uns. Beschwerden und Groll vergiften die Person, die sie fühlt. Sie sind nutzlos und nehmen positiven Gefühlen den Raum.
  • Materielles beeinflusst unsere Emotionen und die Art, das Leben zu sehen. Hängen wir uns zu sehr an es, übernimmt es die Kontrolle über uns. Unser Bewusstsein ist daher nicht frei. Dies gilt insbesondere für die Dinge, die wir nicht mehr brauchen, an denen wir aber dennoch festhalten. Schließlich werden wir immer unsicherer und unflexibler. Deshalb besteht eine Regel des Lebens darin, sich von Unnützem freizumachen.
  • Vertraue auf deinen Menschenverstand. Respektiere deine eigenen Überzeugungen und Werte. Sonst verwandelst du dich in eine Person, die manipulierbar ist. Niemandem muss gesagt werden, was richtig oder falsch ist. Wir haben alle die Fähigkeit, dies für uns selbst zu entscheiden. Anderen blind zu folgen, bedeutet daher, uns selbst zu betrügen.
  • Würde ist ein fast vergessenes Wort. Sie hat mit Selbstliebe zu tun. Damit, dass unser Verhalten stets mit unseren Werten vereinbar sein soll. Wie eine Art Kompass, der in Richtung Stolz zeigt.
    Ihre Würde ist das Wertvollste, das eine Person besitzt. Ein würdiger Mensch inspiriert Respekt und Achtung. Er vertraut auf den guten Willen und die Rücksichtnahme anderer, einschließlich seiner Feinde. So gibt Würde dem Leben eine sehr intime und persönliche Note.
  • Im Allgemeinen sind Emotionen impulsive Reaktionen. Denkt man über sie nach, verwandeln sie sich in Gefühle. Diese gehen tiefer und wiegen schwerer. Sie sind mit unseren Werten und weniger mit unseren Bedürfnissen verbunden. Liebe ist ein außergewöhnliches Gefühl. Manchmal bezeichnen wir jedoch eine blinde und vorübergehende Emotion als Liebe. Dies geschieht, wenn Liebe von dem Appetit auf etwas oder von einer Bindung inspiriert wird. Diese Art der Liebe schadet mehr, als das man von ihr profitiert.
  • Wir sind nun einmal sterblich und es ist ganz natürlich, dass das Leben irgendwann endet. Wir sollten uns weder vor dem eigenen noch vor dem Tod unserer Liebsten fürchten. So besiegen wir die Angst vor dem Tod, die sonst unser Leben bestimmt.

Diese Regeln des Lebens haben aufgrund der ihnen innewohnenden großen Weisheit die Zeit überdauert. Sie sprechen die Realität, die Demut sowie den inneren Frieden an. Sie fordern uns dazu auf, uns auf das Wesentliche und nicht auf das Scheinbare oder Unwichtige zu konzentrieren.

„Der Sieg gehört denen, die eine halbe Stunde länger warten als der Gegner.“

Fazit: Ich freue mich immer wieder, wenn mir diese Art von Weisheiten “über den Weg laufen” und ich “prüfe” natürlich sofort, ob ich selber in meinen Verhaltensweisen dem nahe komme.

Man kann es sehen wie man will, vieles sollte natürlich selbstverständlich sein, doch die Art von Weise des gesprochenen oder geschriebenen Wortes ist schon des Öfteren etwas Besonderes, jedenfalls für mich. Ab und zu muss ich auch mal kurz innehalten, um die Aussage im Kern zu verstehen – na, wenn das nichts ist. 😉

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