Wat haste jemacht … An einem heißen Tag

Lesezeit: 6 Minuten

Nun sitze ich schon wieder im meinem Schreibbüro, was zur Zeit, Gott sei Dank mein kleines Gewächshaus (im Sommer Teehaus/Schreibbüro, im Winter das Quartier meiner Bonsai) ist.

Heute stelle ich mich der Frage (eigentlich soll natürlich eine Story aus meinem Leben verarbeitet werden), waren wir seinerzeit eigentlich wirklich anders, als die Jugend von heute? – Antwort: Nicht wirklich 😉

Wir waren nur anders Anders und das aus einem einfachen Grund, wir hatten andere Möglichkeiten, weil wir die heutigen nicht hatten. Klingt komisch – ist aber so. 😉

Bei uns spielte sich alles „offline“ ab. Man traf sich noch so richtig und traf dabei wieder andere. Natürlich war es damals wie heute: gute Leute – weniger gute Leute und richtig gehende Idioten.

Heute soll es ausnahmslos um die guten Leute gehen, die ich an einem heißen Sommertag traf.

Es war Sonnabend und wie immer machte man sich schon am frühen Nachmittag zusammen mit seinem Best Friend Gedanken, was denn heute so abgehen könnte. Ich weiß heute nicht wirklich, was uns in die Friedrichstraße, genauer gesagt die Gegend um Stadtmitte verschlagen hat. Ich weiß nur, dass mein Kumpel und ich auf „einmal“ Durst hatten und wir uns im „Restaurant Stadtmitte“ ein Bierchen genehmigen wollten.

Die Bedienung kam und wir äußerten unseren gerstenhaltigen Wunsch. Zu unserem Erstaunen, weil der Tag war ja noch jung, kam dieser DDR-Satz: „Bier ist aus“.

Nicht schön, aber was soll’s und wie gesagt, diese Wortschöpfung war uns als gelernter DDR-Bürger leider nicht fremd, wobei bei Bier…. ungewöhnlich. 😉

Da wir nun aber schon mal saßen, überlegten wir uns eine Alternative. Diese Arbeit wurde uns durch das aufmerksame Servicepersonal abgenommen, denn sie schlug vor, doch mal ein Schöppchen Wermut mit etwas Zitrone und Eis zu probieren.

Warum nicht, dachten wir uns… mal was anderes und vor allem Neues probieren. Gesagt – getan – gebracht und… ja… gar nicht schlecht….. eigentlich recht süffig. 😉

Das Schöppchen (0,2l) war schnell ausgetrunken, denn die beiden Herren hatten ja Durst und der sonst übliche Bierschluck half hier sicherlich nicht beim zögerlich nippen.

Die Bedienung sah unsere leeren Gläser und fragte ob es noch einmal 2 Gläser sein sollten …. oder, weil sie ja sonst so oft laufen müsse, gleich eine Flasche mit separierten Eiswürfeln und Zitrone. Der Vorschlag klang für uns logisch und auch nachvollziehbar und so bestellten wir die Flasche (1L).

Wir quatschen über Gott und die Welt bzw. unsere weitere Abendgestaltung und so leerte sich die Flasche eins fix drei. Nach dem immer noch vorherrschenden Genuss, bezahlten wir aber doch, denn der Tag/der Abend erwartete uns doch. 😉

Wir traten beide aus der Tür und hier begrüßte uns nicht nur die Sonne nebst ihren Temperaturen, sondern auch das „Brett vor dem Kopf“, als Folge von leckeren eisgekühlten Wermut und der lokalen Hitze.

Wow – kurz geschüttelt und nach kurzer Überprüfung der Körperfunktionen ab zum öffentlichen Telefonsprecher.

Ich weiß auch hier nicht mehr genau, wer und wie, aber Minuten später oder war es eine halbe Stunde 😉 standen zwei knatternde Mopeds (für den Insider S50 & N50) vor uns und nahmen uns auf.

Die Fahrt ging also vom damaligen Anfang der Friedrichstraße (Höhe Leipziger Straße) Über den S-Bahnhof Friedrichstraße in Richtung Oranienburger Straße, denn dort in der Nähe der Auguststraße, war der KIK, ein Schulclub der 2. EOS Max Planck unser besprochenes nächstes Tagesziel.

Die Fahrt dorthin bekam meinen Freund eher subotimal, denn der Wermut machte scheinbar seinen Namen in abgewandelter Form Mut („Wermut macht mehr Mut“), denn er machte als Hintermann (wir beide ohne Helm) wilde Tänzchen und musste scheinbar jedem seine Lebensfreude vom Moped aus mitteilen. Die Beruhigungsversuche meinerseits vom anderen Gefährt, verhalten – wohl mangels Aufnahmefähigkeit. War der Wermut nun auch schon in den Ohren? 😉

Egal, wir schafften es und das ohne Halt oder Eskorte durch die Polizei. Unsere Chauffeure waren sicherlich froh, uns endlich „abwerfen“ zu können und verließen (zu recht) schlauerweise sofort die Ankunftsörtlichkeiten.

Unsere Ankunft blieb nicht unbemerkt vom Dienst habenden “Doorman“ und er signalisierte uns relativ deutlich, das mit einem Entrée seiner und unsererseits nicht zu rechnen sei.

Die Begründung war „natürlich“ mehr als fadenscheinig, denn er behauptete, dass wir getrunken hätten und das mal nicht zu wenig. Wir taten selbstredend sehr überrascht, da wir quasi nüchtern waren. Nun ja, ich kannte den guten Mann und wusste, lamentieren hat hier keinen Sinn und wollte nun auch meinen Freund davon überzeugen.

Das wiederum gestaltete sich doch etwas anspruchsvoller, da er der Meinung war, dass wir es doch mal über den Nebeneingang und mit einem Sprung über die Mauer probieren könnten. Ich sagte ihm, dass der Club auf solche tollen Ideen vorbereitet sei, dass die Mauer oben komplett mit schwarzer Farbe bestrichen sei und jeden, aber auch jeden sofort im Club erkennen, der dieser Hervorragenden Idee gefolgt ist.

Diesem Argument gab er sich offen und wir konnten in der weitere Abendplanung einsteigen.

Nach kurzer Überlegung einigten wir uns, unseren Abend dichter an unserer Homebase ausklingen zu lassen und so entschieden wir uns für einen kleinen Abstecher bei einer unserer Lieblingsgerstensafttankstellen, nicht weit weg von zu Hause. Unsere Wahl an diesem Abend fiel auf die guten alten Alt-Cöllner Schankstuben, denn dort traf man immer ein paar Leute aus unserer Hood.

Dort eingetroffen, gab es für uns nur noch ein Plätzchen im hinteren Raum, den kannten wir bisher überhaupt nicht, denn unser Platz war sonst eigentlich sehr nahe am Tresen. 😉

Nun ja, wer nicht rechtzeitig kommt… , egal … hier gab es wenigstens Bier 😉

Nach einiger Zeit und viel dummen Rummgequatsche, forderte mein Körper mich auf, doch mal etwas wegzubringen bevor neues zugegeben wird. Auf diesem Weg traf ich einen Schulkameraden aus den deutlich höheren Jahrgängen, der mich aber sofort als den Sohn der Sportlehrerin erkannte und mir unbedingt und etwas unverständlich erzählen musste, wie toll er meine Mutter als Sportlehrerin fand. Aus diesem Anlass bestellte er mir schnell noch einen Wodka-Cola, damit ich nicht so mit leeren Händen bei ihm stehe, denn er hatte das gleiche Mischgetränk ja schon in der Hand.

Einem solches Angebot konnte und sollte man zu dieser Zeit nicht ausschlagen, denn ich kannte diese Jahrgangsstufe sehr gut aus den Erzählungen meiner Mutter.

Diese Jungs waren noch ganze Kerle, manchmal etwas grob im Ansatz, aber sehr verlässlich wenn es um die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen ging, so die Meinung meiner Mutter, der Hauptsportlehrerin an unsere Schule. Sie waren im Kern gut, nur eine Matheolympiade war mit ihnen nicht zu gewinnen.

Mathe brauchten wir an diesem Abend auch nicht und so hörte ich mir geduldig Buschis-Erzählungen an. Dann habe ich mich dankend verabschiedet und ging zu meinem Freund, denn der musste sich ja wohl ganz schön langweilen … dachte ich.

Ich kam an unseren Tisch und ich entschied, dass wir nur noch unser Bier austrinken und dann doch besser die Örtlichkeiten verlassen sollten, da ich sah…. das nimmt kein gutes Ende. Der Schreiber schweigt jetzt mal und leitet geschickt auf den nächsten Akt des Sonnabends über.

Wir verließen also die guten „Stuben“ und machten uns in unser „Revier“ auf. Die Idee war es, noch einen kurzen Abstecher in den Park nahe unserer Schule zu machen, da auch dieser bei diesen sommerlichen Temperaturen gern als Treffpunkt genutzt wurde. Die Ahnung war richtig und der „Lustpark“, wie er bei uns hieß, war gut besucht. Auch ein paar bekannten Nasen darunter, die uns auch gleich etwas Geistreiches zur Erfrischung anboten.

Gut erzogen, lehnten wir selbstredend nicht ab und setzten uns dazu. Ich hatte Glück und konnte mich auf dem Boden gemütlich gegen einen Baum lehnen.

Kaum angelehnt, fielen mit die Augen zu … natürlich nur, um mal ganz kurz zu entspannen. Die Entspannung wurde dann doch abrupt durch einen … wie sage ich es gepflegt … Würgreflex unterbrochen.

Das war für mich das Zeichen, nun aber ganz schnell nach Hause zu gehen und den Abend dort ausklingen zu lassen.

Das, was sich hier so locker runter schreibt, ging natürlich etwas langsamer, „bewegter“ und den Weg vermessener ab. Ich weiß natürlich nicht mehr genau, wie lange ich für dieses kurze Stück Heimweg gebraucht habe, ist und war aber auch egal… bin ja angekommen. 😉

Zu Hause angekommen, musste ich nur noch mein Bett finden. Diese Suche und das wie, habe ich dann einen Tag später von meiner Schwester erzählt bekommen.

Lange Rede: der müde Wandersmann ist mit voller Klamotte, beim Versuch ins Bett zu steigen, quasi in der Luft eingeschlafen und hat sich auf das ahnungsloses Schwesterlein (2 Jahre älter) einfach fallen lassen. Sie konnte sich dem massiven Pressdruck nur noch mit einer gekonnten Meidbewegung und dem Weiterschubsen retten.

Fazit: Schuld war der Wermut und der heiße Sommertag. 😉


Hier gehts zur Storyline von “wat haste jemacht mit dein leben”


P.S.
Frage: Warum machst Du das?
Antwort: Damit ich mir später meine eigenen Geschichten aus meinem eigenen Leben durchlesen kann, falls ich sie vergessen haben sollte.
– also purer Egoismus 😉


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