Einsicht und wenn ja, bei wem?

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Ein Freund und guter Netzwerker schrieb in den letzten Tagen:

Leise fällt das Schultor ins Schloss.
Ein bisschen wie “große Ferien”. Nur anders. Ein ganz merkwürdiges Gefühl. Noch nie gespürt. So ganz auf Sicht.
Kein Autogedränge. Ein Kiez schläft ein.
[…]
Wer ist eigentlich der EXIT-Master, bzw. der “Wiederauferstehungslasser” oder der Prinz/die Prinzessin, die das wachküsst? Sollen wir uns auch mit Mundschutzmaske und Desinfektionsspray vor der Schule in Siegerpose feiern lassen und sagen: “Jetzt bitte wieder rein? Wir haben “es” besiegt …”

[…]

Wir werden uns wiedersehen

[…]

Ein Leben auf Sicht und Verdacht

Sven s. Aus B. An der S.

Endlich – will man sagen, nein schreien, erden sich gerade Viele und nein, die Situation mit dem Virus ist nicht „fein“!

Ein Blog ist ja mehr oder weniger ein Tagebuch, in dem man sich zu aktuellen Themen so seine Gedanken machen und niederschreiben darf. Die Hoffnung bleibt, dass man, wenn man später in seinem Tagebuch blättert, sich an diese Geschichte erinnert und froh ist, dass diese gut ausgegangen ist.

Die Welt ist in Aufruhr und das Neue daran ist, der Gegner ist global und ein Kampf gegen ihn kennt keinen Einsatz von vorhandenen Waffen. Auch neu ist, man weiß/ahnt, wo es alles herkommt, doch man hält sich (bisher) zurück, hier von Schuld eines Landes oder Gruppe von Menschen zu sprechen.

Das große Ärgernis bleibt. Man hat es kommen sehen und dennoch scheinbar unendlich gewartet, die richtige Maßnahmen einzuleiten bzw. Vorbereitungen zu treffen. Die weltumspannende Gefahr in einer immer globaler werdenden Welt wurde weltweit unterschätzt. Vorzeichen gab es im Kleinen im Vorfeld immer wieder und vielfältig. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit (Stichwort Europäische Union) in der Prävention oder in der Entwicklung von Plänen für die Gefahrenabwehr … FEHLANZEIGE. Man kümmert sich lieber um andere doch so wichtige Dinge.

Die Inhalte der Aussagen, dass WIR vorbereitet wären, lösen sich von Tag zu Tag mehr auf. Entscheidungen werden getroffen, Stunden/Tage danach wieder zurückgenommen und anders neu getroffen. Nach einer klaren Strategie oder gar funktionierenden Notfallplänen sieht das Ganze in einer vermeintlich entwickelten Gesellschaft leider nicht aus.

Am Ende hat die Politik erkennen müssen, das hier das Prinzip des Föderalismus nicht greifen kann und hier größer gedacht werden muss. Schlussendlich bleibt der Aufruf der hohen Entscheidungsträger (Landesfürsten und/oder Bundesregierung) in die Gemeinschaft, hier solidarisch zu agieren. Alle helfen Allen. Der Gesunde hilft dem Gefährdeten/Schwachen. Die Bürgerinnen und Bürger sehen hier ein unkoordiniertes und machtloses Handeln und es hätte dieser schlauen Worte nicht bedurft, denn die Menschen haben da schon längst reagiert, manchmal eher kopfschüttelnd (Hamsterkäufe) dann aber auch wieder hervorragend mit selbstorganisierter Nachbarschaftshilfe.

Alles Schlechte hat dann, wenn alles hoffentlich vorbei ist, am Ende eventuell auch die Wirkung, dass hier ein anderes Vorbereitet sein notwendig ist und ein immer wieder Aufschieben keinen Sinn ergibt.

Auch auf der ganz persönlichen Ebene findet bei solch einem Ereignis quasi eine neue Betrachtung seines Handelns statt. Das fängt bei der täglichen Hygiene (öfters mal die Hände waschen), den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Kontaktformen etc. an und landet dann auch bei der Überlegung/Entscheidung, ob und wie ich in meiner direkten Umgebung agieren muss/möchte.

Hoffen wir mal, dass wir am Ende wieder sagen können: “et is noch immer jut jejangen” und, wenn ich später in meinem Tagebuch blättere, es eine “ganz normale” Geschichte ist.

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