Vor zwei Tagen war der Herr der Bäume etwas tolpatschig.

Bei diesen extrem heißen Temperaturen wollte er sich unter seinen Sonnenschirm es bequem machen, also spannte er eben diesen ein wenig unbedacht und mit Tempo auf. Was er dabei leider völlig vergaß, das sich in Spannweite des Schirmes ein Bonsai befand, der nun seinerseits mit eben diesem hohen Tempo herabstürzte und dabei seine Behausung (sprich Schale) kaputt ging.

Verärgert über seine Missetat, suchte der Verursacher nach einer Ersatzschale und fand diese (gleich groß wie der Scherbenhaufen vor ihm) auch in seinem “Schalendepot”.

Nun waren die Temperaturen an diesem Tag gerade supoptimal (35 Grad im Schatten), um hier gleich final tätig zu werden. Aber was ich dabei sah war eben auch, dass es eh Zeit gewesen wäre hier Hand anzulegen. Der Wurzelballen war nicht nur gut durchwurzelt, sondern es bildeten sich bereits sogenannte Ringwurzeln, die immer den Bonsaianer zum Tun auffordern.

Also legte ich die Baumgruppe (mit dem kompakten und intakten Wurzelbereich) vorerst nur auf die neue Schale und wartete auf kühlere Tage.

Heute war es dann soweit, das Wetter ließ sich gut an (entspannte 24 Grad im Schatten, leichter Wind…so haben wir es gern ;-).

  1. Schale vorbereiten: Netze für die Wasserabzugslöcher einsetzen, Befestigungsdraht für Bäume einkleben.
  2. parallel den Wurzelballen wässern, wichtig für die “Operation Umpflanzung” und auch hilfreich für das Trennen der Bäume.
  3. Bäume mit Hilfe eines Wurzelhakens trennen
  4. Wurzel “auskämmen”
  5. Wurzelschnitt
  6. Drenagegranulat in die Schale einbringen
  7. Einsetzen und befestigen der Bäume (mit den vorher eingeklebten Drähten)
  8. eine kleine Schicht Sphagnum Torfmoos aufbringen, dieses wirkt quasi wie ein kleiner Wasserspeicher (hat sich bei mir bewährt)
  9. Bonsaigranulat aufbringen und gut in die Zwischenräume einarbeiten (mit chin. Essstäbchen 😉
  10. Am Ende nur noch gut wässern und die ganze Pracht für ein paar Wochen zu mindest in den Halbschatten verfrachten.

Als Fazit kann man sagen, dass wenn einem Unschönes widerfährt, es am Ende auch nützlich sein kann, wie in diesem Falle 😉