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Wenn ich an meinen vierten Tag in Japan zurückdenke, kommt mir sofort Nikko in den Sinn. „Sag niemals schön, wenn Du nicht Nikko gesehen hast“ – dieses japanische Sprichwort hat sich in meinen Kopf eingegraben und ich kann nur zustimmen. Nikko, eingebettet im atemberaubenden Nikko-Nationalpark, ist nicht nur ein Ort, sondern ein Erlebnis, das einem das spirituelle Japan der Shogun-Zeit näherbringt.
Auf Entdeckungstour in Nikko
Die Anfahrt



Gerade einmal zwei Stunden von Tokio entfernt, bietet Nikko eine willkommene Abwechslung vom urbanen Trubel. Ich entschied mich, an einer geführten Tour teilzunehmen, die mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten näherbrachte.
Exkurs zu Kanji, Hanko und japanische Geschichte durch Domenik, unseren Reiseleiter
Kanji
Definition:
Kanji sind logografische Schriftzeichen, die aus dem Chinesischen stammen und in der japanischen Schriftsprache verwendet werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des japanischen Schriftsystems, das auch Hiragana und Katakana umfasst.Ursprung:
Die Einführung von Kanji in Japan begann im 5. Jahrhundert, als buddhistische Texte aus China ins Japanische übersetzt wurden. Kanji werden oft für Substantive, Verben und Adjektive verwendet und können mehrere Lesungen haben, die je nach Kontext variieren.Struktur:
Jedes Kanji-Zeichen steht für ein Konzept oder eine Idee und kann aus mehreren Strichen bestehen. Die Anzahl der Striche reicht von einem bis über 30.Hanko
Definition:
Hanko sind persönliche Namensstempel, die in Japan weit verbreitet sind. Sie werden verwendet, um Dokumente zu signieren, Verträge abzuschließen und offizielle Papiere zu genehmigen.Typen:
Es gibt verschiedene Arten von Hanko, darunter:
- Inkan: Der gebräuchlichste Typ, der den vollständigen Namen trägt.
- Jitsu in: Ein offizieller Stempel, der für behördliche Dokumente verwendet wird.
- Ginko in: Ein Stempel, der speziell für Bankgeschäfte genutzt wird.
Bedeutung:
Hanko sind ein Symbol für Identität und Vertrauen. In vielen Fällen ersetzen sie die Unterschrift und sind in der japanischen Geschäftswelt unerlässlich.Fazit
Kanji und Hanko sind zwei wichtige Aspekte der japanischen Kultur und Schrift. Während Kanji als Schriftzeichen komplexe Bedeutungen transportieren, dienen Hanko als persönliche Identifikationsmittel. Beide sind tief in der japanischen Gesellschaft verwurzelt und spiegeln die Traditionen und Werte wider.



Die Vorteile einer geführten Tour
Ich kann eine geführte Tour nur empfehlen. Hier sind einige Pluspunkte, die ich erleben durfte:
- Wissen von Experten: Die Guides waren unglaublich gut informiert und haben faszinierende Geschichten über die Geschichte und Kultur erzählt. Ich habe viel über die Shogun-Zeit und die Bedeutung der Tempel gelernt.
- Einfache Navigation: Nikko kann überwältigend sein, besonders wenn man sich nicht auskennt. Mit einer geführten Tour konnte ich mich ganz auf die Schönheit des Ortes konzentrieren, ohne mich um die Logistik kümmern zu müssen.
- Exklusive Einblicke: Manche Orte sind nur mit einer geführten Tour zugänglich. Ich hatte die Möglichkeit, versteckte Ecken zu erkunden, die ich allein wahrscheinlich übersehen hätte.
Tipps für Deinen Besuch
- Früh aufstehen: Um die Menschenmassen zu vermeiden, empfehle ich, früh am Morgen zu starten. So kannst Du die Tempel in aller Ruhe erkunden.
- Kleidung: Bequeme Schuhe sind ein Muss! Du wirst viel laufen und die Wege können steil sein.
- Lokale Spezialitäten: Probiere die lokalen Köstlichkeiten, wie Yuba (Tofu-Haut) und Nikko-Bier. Ich war überrascht, wie lecker und frisch alles schmeckte!
Zurück zu Nikko, dem Main-Act des Tages
Futarasan-jinja: Spiritualität und Geschichte
Unser Abenteuer begann am Futarasan-jinja-Schrein. Schon beim Betreten spürte ich die spirituelle Atmosphäre. Der Schrein ist dem Berg Futarasan gewidmet und umgeben von beeindruckenden Bäumen. Ich wollte unbedingt mehr über die Bedeutung erfahren. Wusstest Du, dass dieser Schrein seit dem Jahr 783 n. Chr. besteht? Die jahrhundertealte Geschichte hat mich tief beeindruckt.
Karakane Torii und der Shrine Garden
Ein weiteres Highlight war das Karakane Torii, das majestätisch am Eingang des Schreins steht. Es vermittelt sofort ein Gefühl von Ehrfurcht. Der Schrein-Garten war ein weiterer Ort, an dem ich verweilte. Hier habe ich mich an den wunderschönen Koya Maki, den japanischen Schirmpinien, erfreut. Die Landschaft war einfach atemberaubend – ein idealer Ort, um die Seele baumeln zu lassen.
Taiyuin-Mausoleum: Ein Meisterwerk der Architektur
Nachdem ich den Futarasan-jinja erkundet hatte, ging es weiter zum Taiyuin-Mausoleum, dem Grab des dritten Tokugawa-Shoguns, Iemitsu. Die aufwendige Architektur und die kunstvollen Verzierungen sind beeindruckend. Als ich durch die Gänge schlenderte, dachte ich an die Weisheiten von Lord Tokugawa Ieyasu, dem Gründer des Tokugawa-Shogunats. Seine Philosophie und sein Einfluss sind hier überall spürbar.
Nitenmon und Ryukoin: Tor der himmlischen Könige
Das Nitenmon, das Tor der himmlischen Könige, war ein weiteres beeindruckendes Erlebnis. Die Details der Skulpturen waren so lebendig, dass ich tatsächlich das Gefühl hatte, die Wächter der Tempel stünden direkt vor mir. Im Ryukoin-Tempel entdeckte ich dann eine ruhige Meditationshalle, in der ich kurz verweilte. Es war der perfekte Ort, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.
Ein Blick auf die Geschichte: Ban no Soseki und Koro
Besonders faszinierend fand ich die Fahnengrundsteine von Ban no Soseki. Diese Steine erzählen Geschichten aus der Vergangenheit und sind ein Blick in die Traditionen der Region. Ich konnte mir vorstellen, wie sie einst als Wegweiser dienten. Der Koro, der Trommelturm, und der Shoro, der Glockenturm, sind ebenfalls beeindruckende Bauwerke, die das Erbe der Tokugawa-Zeit verkörpern.
Ein Spaziergang durch die Tempel
Ich schlenderte weiter zum Yashamon-Tor und dem Karamon, dem chinesischen Tor, das besonders prächtig ist. Hier spürte ich die Verbindung zur Natur und die Architektur, die im Einklang mit der Umgebung steht. Die Honden, die Haupthalle, und die Haiden, die Gebetshalle, waren voller Gläubiger, die für Frieden und Wohlstand beteten. Es war rührend zu sehen, wie die Traditionen bis heute gepflegt werden.
Der Wunscherfüllungsbaum
Ein ganz besonderer Moment war der Wunscherfüllungsbaum. Hier habe ich meinen eigenen Wunsch auf einen Zettel geschrieben und ihn an den Baum gehängt. Es fühlte sich an, als würde ich Teil einer jahrhundertealten Tradition werden. Hand aufs Herz – diese kleinen Rituale machen eine Reise erst wirklich besonders, oder?
Fazit: Nikko – Ein unvergessliches Erlebnis
Nikko hat mein Herz erobert. Die Mischung aus Geschichte, Spiritualität und atemberaubender Natur ist einmalig. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob dieser Ort auch für Dich das Richtige ist. Ich kann nur sagen: Wenn Du Japan besuchst, ist Nikko ein absolutes Muss.
Egal, ob Du dich für Geschichte, Architektur oder einfach nur die Natur interessierst – Nikko hat für jeden etwas zu bieten. Ich kann Dir nur raten, die Reise zu wagen! Wusstest Du schon, dass Nikko auch im Herbst besonders schön ist, wenn die Blätter sich färben?
Ich hoffe, meine Erlebnisse inspirieren Dich, Nikko auf Deine Reiseliste zu setzen. Auf geht’s! Dein Abenteuer wartet!




























Nach der Kultur und Geschichte … Nahrungsaufnahme und weiter gucken 😉



Pitstop auf der “Heimfahrt” in Edodokoro


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