Südwestkirchhof Stahnsdorf

Die Voraussage eines sonnigen Tages ließ uns überlegen, was wir denn so Schönes „anstellen“ bzw. erleben können/möchten.

Gott sei Dank haben wir für solche Momente unsere ToDo-Sammlung, die wir, bei Bekanntwerden durch wen auch immer (Tipps von Freunden, regionale TV-Hinweise…what ever) ergänzen.

Am heutigen Tag bot sich, wegen regionaler Nähe der potenziellen Ziele folgende Reiseroute an:

so weit zum Plan…und ja…wir haben alles gerockt 😉

Angekommen (es lebe das Navi 😉 ) haben wir uns erst einmal einen kurzen (wie wir später feststellen mussten zu Kurzen) Einblick über den Plan und …

Südwestkirchhof- Lageplan

…über die „VIP’s“ der hiesigen Begräbnisstätte verschafft.

Südwestkirchhof - Namen

Auf dem Südwestfriedhof fanden zahlreiche mehr oder weniger bedeutende Persönlichkeiten, vor allem des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ihre letzte Ruhe, manche von ihnen in aufwendigen Erbgrabstätten, die anderen unter schlichten Steinplatten. Auf dem Friedhof befinden sich 17 Grabstätten mit Ehrengräbern, die in Pflege des Landes Berlin stehen. @Quelle: wikipedia.de

Hier findet man alles, von der kleinen „normalen“ Grabstelle (selbst bekannte Persönlichkeiten wie Fontane) bis zur „okkulten“ Grabstätte (z. B. der Familie Siemens).

Eine der Besonderheiten dieses Friedhofes ist die angenehme Urwüchsigkeit vieler Anlagen.

Von Zeit zu Zeit sieht man doch eine gestalterische „Hand“ der Gartenpflege. Natürlich ist mein Auge auf die Baumpflege gerichtet…. 😉

Erst spät bemerkten wir die ungeahnte Größe des gesamten Geländes. Diese zeichnete sich insbesondere durch ihre unwahrscheinliche Weitläufigkeit mit ihren vielen Quergänge, die schier unendlich erschienen, aus. Ein Blick in die mitgeführten mobilen Helferleins ergab, wir befinden uns mal eben auf dem zweitgrößten  Friedhof Deutschlands (neben dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg) und dem zehntgrößten Friedhof weltweit.

Uns wahr dann auch sehr schnell klar, das hier schaffen wir nicht an einen Tag und der Entschluss war sehr schnell gefasst….wir kommen wieder….mindestens noch einmal…gerne wenn alles grün und es ein bisschen wärmer ist.

Wir blieben an diesem Tag quasi nur den Hauptweg (mit kleinen Abstechern in die „Nebengelasse“). Da gab es dann auch Gebiete, die scheinbar ohne Gräber waren. Doch beim genauen Hinsehen aber doch immer mal wieder eben ein solches zu Tage trat.

Beim genaueren Studium des Gesamtplans erkannten wir auch das Vorhandenseins zweier Soldatenfriedhöfe

Wir beide sind geschichtlich sehr interessiert, aber so etwas haben wir, trotz unseres Alters, so noch nie gesehen.

Der Entschluss war schnell gefasst, obwohl relativ im hinteren Bereich der gesamten Anlage gelegen, das wollten wir uns unbedingt anschauen.

Eins sei hier an dieser Stelle klar gesagt, es war ein Erlebnis, was mit dem mitfühlenden Besucher und so auch uns, etwas ganz besonderes macht.

Auf einem Friedhof begegnet einem naturgemäß der Tod, in der Regel als Einzelschicksal und zeitlich getrennt.

Ein Soldatenfriedhof in dieser Ausprägung bringt alles hoch und ist so ganz anders.

Es ist vor allem der Unterschied vom „normalen“ einzelnen Grab zu dieser „Anhäufung“ von tausenden Sterben und somit Leid, insbesondere für die verbliebenen Angehörigen.

Diese Situation ist beklemmend und macht gleichzeitig, in einer sehr intensiven Art, nachdenklich und hilft insbesondere bei der innerlichen Neuordnung von Wertigkeiten im Leben. Auch der Bezug auf das sogenannte Tagesgeschäft und seiner „Dramatik“, wirkt dagegen wie …..

Abschließend kann man sagen, das dieser Besuch für uns zum Einen ein schöner Ausflug, auf einen der schönsten Friedhöfe Deutschlands, weil mit viel AHA-Effekt, war und eben dann auch andererseits die besondere Sicht auf geschichtliche Ereignisse und deren Folgen gegeben hat, die wir in dieser Intensität dann doch so nicht erwartet hätten .

Somit sei jedem ein Besuch dieses besonderen Ortes quasi ans Herz gelegt.

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