Erich Kästner: sogenannte Klassefrauen

Es gibt immer mal wieder diese Momente, in dem sich ein alter Sack wie ich, sich an einige Zitate erinnert, die er hier oder da gehört hatte. Heute war es mal wieder soweit. Ein Post hatte mich hierzu „aufgerüttelt“ und so habe im Netz der Netze gesucht und ….zack… gefunden.

Kaum gefunden, erfuhr ich, dass das was ich in Erinnerung, gesucht und gefunden hatte, eigentlich inhaltlich viel mehr war, als mir erinnerlich…..gut so.

Es gibt immer einen Auslöser, für was auch immer…..hier war es Wissenszugewinn!

—- Weiterlesen lohnt sich und zu Ende lesen allemal 😏

Ab hier… Herr Erich Kästner...

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie’s auch und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder – falls man die nicht hat – den Bauch…
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh’n ähneln, tun sie’s auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie’s.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir’s bei ihnen seh’n.

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.